Binnenkanal: Verwaltungsrat macht mit den bewährten Kräften weiter
12.04.25

Alle Verwaltungsratsmitglieder des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanal wurden für die Amtsdauer 2025/2028 wiedergewählt. An der Delegiertenversammlung kamen unter anderem die Biber, die Neophyten und das grosse Hochwasserschutzprojekt zur Sprache.

Berneck – Dem Zweckverband Rheintaler Binnenkanal geht die Arbeit bestimmt nie aus – schon gar nicht, solange dessen Hochwasserschutzprojekt, das etwa 50 Millionen Franken kosten wird, noch nicht umgesetzt ist. Der im Vorjahr neu gewählte Präsident Ralph Lehner (Gemeindepräsident von Diepoldsau) sagte darum an der DV im Restaurant Ochsen in Berneck: «Ich bin froh, dass alle Verwaltungsratsmitglieder eine weitere Amtsdauer anhängen.»
Und so wurden neben dem Präsidenten auch die Gemeindepräsidenten Rolf Huber, Oberriet, Irene Schocher, Rüthi, Bruno Seelos, Widnau, und Christian Sepin, Au, von den Delegierten einstimmig wiedergewählt. Die Kontrollstelle setzt sich künftig aus den Bisherigen Adrian Huggenberger, Altstätten, und Daniel Mosch, Rebstein, sowie neu Irene Manser, Balgach, zusammen.

Abschluss besser als budgetiert
Ralph Lehner konnte an der Versammlung auf ein erfolgreiches erstes Amtsjahr zurückblicken – auch finanziell. Dem Aufwand von 1,219 Millionen Franken stand ein Ertrag von 966’104 Franken gegenüber. Das führte zu einem Eigenkapitalabbau von 253’522 Franken, rund 20’000 Franken weniger als budgetiert. Das Eigenkapital beträgt somit noch 697’408 Franken. Das Budget 2025 sieht bei einem etwas geringeren Aufwand von 1,155 Millionen Franken einen weiteren Abbau des Eigenkapitals von 190’000 Franken vor.

Der Präsident ging in seinem Jahresbericht auf jene Themen ein, die den Zweckverband besonders beschäftigt haben. Zum laufenden Hochwasserschutzprojekt sagte er, in der Bereinigung des Gewässerraums würden sich die Positionen von Zweckverband, Bund und Kanton langsam annähern.

Maschendraht und Biberschutzpaste
Auf Trab gehalten haben den Zweckverband Binnenkanal Rheintal die Biber, die überall starke Aktivitäten entwickeln. Das bedeutet viel Arbeit und verursacht Kosten, denn die Bäume entlang der Gewässer müssen vor dem Biber mit Maschendraht geschützt werden. Einige Bäume wurden versuchsweise mit einer Biberschutzpaste bestrichen. Die Ergebnisse waren bisher gut, so dass diese Massnahme, die weniger Arbeit und Geld kostet und zudem einige Jahre wirken soll, weitergeführt wird. Insbesondere grosse Bäume sollen damit geschützt werden.

241 Schülerinnen und Schüler aus Montlingen, Oberriet und Rüthi sind zu elf Einsätzen zur Bekämpfung von Neophyten ausgerückt. Auch Leute des Bundesasylzentrums Altstätten halfen während sechs Tagen mit, um dem Berufkraut und den Goldruten den Garaus zu machen. 2025 wird konzentriert der Knöterich in St. Margrethen bekämpft.

Der Präsident ging in seinem Jahresbericht auch auf die beiden Hochwasserereignisse ein, die glücklicherweise glimpflich verlaufen sind. Auch die Entleerung des Steinebachsämmlers in Sennwald wurde erwähnt. Das ausgebaggerte Erdmaterial war zu nass, um direkt in ein Bodenverbesserungsprojekt geliefert zu werden. Es wird daher zwischengelagert, bis die Materialfeuchte den Vorgaben des Bodenverbesserungsprojekts entspricht. Dafür fallen Deponiegebühren an. Um in Zukunft hohe Kosten für Zwischenlagerungen zu vermeiden, wird neben dem Steinebachsämmler auf dem Grundstück des Rheintaler Binnenkanalunternehmens eine Fläche ausgeschieden, die der Zwischenlagerung der Sedimente aus dem Sämmler dient.

Die Delegierten des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanal haben schliesslich den Geschäftsbericht des Präsidenten zur Kenntnis genommen und die Jahresrechnung 2024, das Budget 2025 sowie die Finanzplanung 2026 bis 2030 einstimmig genehmigt. (she)