Die Delegierten des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanalunternehmen haben den vorgezogenen Massnahmen beim Bruggerhorn in St. Margrethen zugestimmt. Der Jahresbericht 2025 zeigt ein ruhiges Jahr ohne Hochwasser, aber mit viel Unterhaltsarbeit am Binnenkanal und am Zapfenbach.
Ralph Dietsche
An der 28. Delegiertenversammlung des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanal-unternehmen vom 8. April im Schlössli Sax stand das Projekt Bruggerhorn im Mittelpunkt. Die Delegierten gaben grünes Licht für die vorgezogenen Massnahmen in St. Margrethen und setzten damit ein wichtiges Zeichen für die Sicherheit am Binnenkanal. «Das Vorhaben war bereits vor einiger Zeit aufgegleist worden, musste dann aber sistiert werden, weil zuerst zusätzliche Abklärungen zur Dammstabilität im Bereich des Rheins nötig waren», erklärte Zweckverbandspräsident Ralph Lehner. Nun zeigte sich, dass der Dammfussfilter auf der gesamten Strecke der St. Margrether Kurve und bis Richtung Wasserwerk Rosenbergsau verstärkt und erneuert werden muss. Das Projekt wurde deshalb erweitert und gemeinsam mit der Internationalen Rheinregulierung (IRR) abgestimmt und koordiniert. Als nächstes wird das Bruggerhorn-Projekt der öffentlichen Mitwirkung unterstellt. Erklärtes Ziel ist, dass der Baustart anfangs 2027 erfolgen kann. Separat vorgestellt wurde den Delegierten im Nachgang der ordentlichen Versammlung der aktuelle Stand des Hochwasserschutzprojekts im Raum Widnau (siehe Beitrag «Umsetzung des Hochwasserschutzprojekts rückt näher»).
Viel Arbeit entlang des Kanals
Die ordentlichen Unterhaltsarbeiten konnten dank mehrheitlich guter Witterung termingerecht ausgeführt werden. Entlang der Wege wurden 912 Tonnen Strassenkies verteilt. Die Wege werden periodisch mit dem Hobel befahren, um die Schlaglöcher zu verschliessen und das Kies, das an den Rand geschoben wurde, wieder auf der Fläche zu verteilen. Dazu kamen Mäharbeiten, Pflegeeinsätze und verschiedene Arbeiten an Böschungen und Ufern. Positiv ist, dass bei der Bekämpfung der Neophyten erneut Schulklassen mithalfen. Rund 290 Schülerinnen und Schüler standen auf einer Strecke von etwa vier Kilometern im Einsatz. Im Anschluss wurde der von den Neophyten befreite Gewässerabschnitt gemäht. Das unbelastete Schnittgut konnte ohne Sonderkosten in die Kompostierung abgegeben werden. Dies führte zu Einsparungen bei den Entsorgungskosten von rund 15’000 Franken. Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist ein praktisches Beispiel dafür, wie Unterhalt, Umweltarbeit und lokales Engagement zusammenspielen können.
300 Bäume werden gepflanzt
Um die vom Ulmen- und Eschensterben betroffene Allee entlang dem Rheintaler Binnenkanal auf einem Abschnitt von etwa drei Kilometern aufwerten zu können, hat der Zweckverband beim Bundes-Förderprogramm «Adapt+» ein Gesuch eingereicht. Das Programm fördert Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Damit unterstützt der Bund unter Federführung des Bundesamts für Umwelt die Umsetzung von konkreten Massnahmen. Ziel des Rheintaler Binnenkanalunternehmen ist es, während fünf Jahren je 60 klimaresistente Bäume zu pflanzen. Damit soll die Allee um insgesamt 300 Bäume reicher, robuster und vielfältiger werden.
Zapfenbach fordert Aufmerksamkeit
Ein Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr erneut beim Zapfenbach. Dort machten sich die Folgen der Trockenheit besonders bemerkbar. Weil der Grundwasserspiegel stark sank, trocknete der Bach zwischen Montlingen und dem Baggersee Kriessern an einzelnen Stellen kurzzeitig aus. Trotz künstlicher Beschickung mit Wasser zeigte sich, wie empfindlich dieses System auf lange trockene Phasen reagiert. Gleichzeitig waren es ausgerechnet die Biberdämme, die unterhalb des Baggersees Wasser zurückhielten und damit stabilisierend wirkten. Hinzu kam ein stürmisches Jahr, das vor allem im Abschnitt zwischen der Industrie Oberriet und der Schützenwiese Kriessern Schäden verursachte. Die Schadenssumme lag mit rund 18’000 Franken deutlich über dem Wert der vergangenen Jahre.
Ruhiges Jahr bei Wasser und Finanzen
Hydrologisch verlief das Jahr aus Sicht des Zweckverbands aussergewöhnlich ruhig. Der Rheintaler Binnenkanal führte 2025 kein Hochwasser. An keiner Messstelle musste ein Bevölkerungsalarm ausgelöst werden. Das entlastete zwar die Einsatzplanung, verdeutlichte aber gleichzeitig die ausgeprägten Trockenphasen. Auch finanziell schloss das Jahr besser ab als budgetiert. Der Aufwand belief sich auf rund 970’000 Franken und lag damit klar unter dem Voranschlag von 1,15 Millionen Franken. Zurückzuführen ist die finanzielle Abweichung auf die Aufschiebung des Lettenabtrags entlang der Binnenkanal-Böschungen. Aktuell ist noch unklar, ob dieser im laufenden Jahr oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen wird. Das Eigenkapital bleibt dank den Minderausgaben bei rund 697’000 Franken. Aufgrund des positiven Jahresabschlusses haben die Delegierten entschieden einen Betrag von insgesamt knapp 22’000 Franken den Perimeterpflichtigen zurückzuzahlen. Die Rückerstattung erfolgt mittels eines Abzugs über die Perimeterrechnung 2026.
Bildlegende: Die Delegierten des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanalunternehmen sprachen sich dafür aus, im Bereich Bruggerhorn Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit gegen Hochwasserereignisse vorzunehmen. Im Idealfall werden die Arbeiten bereits nächstes Jahr ausgeführt. Foto: Ralph Dietsche

